Erste Vorläufer des Siebdrucks entstanden vor über 1.000 Jahren in China, wo Schablonen und Gewebe genutzt wurden, um Muster auf Stoffe zu drucken. Als zum Ende des 19. Jahrhunderts feine Gewebe aus Seide industriell hergestellt werden konnten, begann der zunächst „Seidensiebdruck“ genannte, moderne Siebdruck. Erste Patente für moderne Siebdruckverfahren wurden Anfang des 20. Jahrhunderts angemeldet und ab den 1920er-Jahren verbreiteten sich diese zunehmend in der Werbe-, Textil- und Industrieproduktion.
Bei diesem traditionellen Druckverfahren wird mit Schablonen aus feinmaschigem Gewebe gearbeitet. Die Druckfarbe durch dieses sogenannte Sieb auf das zu bedruckende Material gedrückt. Durch die Verwendung unterschiedlicher Gewebearten werden intensive und deckende Farbaufträge möglich. Die Maschen des Gewebes sind nur an den gewünschten Stellen farbdurchlässig, sodass die Farbe nur an genau diesen Stellen haftet. Das Ergebnis ist ein Druckerzeugnis in klaren, leuchtenden Farben. Für jede Farbe wird in der Regel ein eigenes Sieb gebraucht, was die Technik bei mehrfarbigen Motiven aufwendiger als moderne Digitaldruckverfahren werden lässt. Als Allrounder unter den Druckverfahren überzeugt der Siebdruck dennoch mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis.
»Der Siebdruck ist ein Durchdruckverfahren, bei dem die Druckfarbe durch das so genannte Sieb oder besser gesagt durch die Schablone gedrückt wird.«
– Frank Müller, Geschäftsführung
Der Druckvorgang beginnt mit den Arbeitsschritten Erstellung des Druckmotivs, Beschichtung des Siebes mit einer lichtempfindlichen Emulsion, Belichtung des Motivs auf das Sieb. Dann wird die belichtete Vorlage ausgewaschen, sodass die druckenden Bereiche offen bleiben. Die Farbe wird auf das Sieb aufgebracht und mit einer Rakel durch die offenen Maschen auf das Material gedrückt. Am Ende wird die Farbe getrocknet oder ausgehärtet.
Seine größte wirtschaftliche Bedeutung erreichte der Siebdruck zwischen den 1960er- und 1990er-Jahren als eines der wichtigsten Verfahren für Werbeschilder, Aufkleber, Frontplatten, Textildruck, Plakate, Displays, industrielle Kennzeichnungen, Kunststoff- und Glasdruck, Kartonagen und spezielle, hochwertige Papiere. Die Farbauswahl übersteigt den üblichen Farbraum des Offsetdrucks oder Digitaldrucks deutlich.
Viele mehrfarbige Klein- und Mittelauflagen wurden im Siebdruck produziert. Hohe Bekanntheit erreichten etwa Werke der Pop-Art-Bewegung. Andy Warhol etwa nutzte den Siebdruck für Werke wie seine berühmten Marilyn-Monroe-Porträts.
Brillante Farben gehören ebenso zu den Vorteilen des Siebdrucks wie die Vielfalt der Materialien und Oberflächen, die bedruckt werden können. Das Verfahren ist günstig – selbst bei Kleinstauflagen oder Einzeldrucken. Bei uns im Hause kann außerdem noch die Weiterverarbeitung an Konturenschnitt erfolgen. Rubbelflächen und Gummierungen für den Offsetdruck können wir Ihnen ebenso anbieten.
Spezielle Auflagen, wie hier etwa ein Weihnachtspräsent „Bremer Spezialitäten“, werden komplett im Siebdruck erstellt. Neben weiß und rot wurde hier auch partiell mit gold gedruckt. Von der Entwicklung der Stanzform, über die professionelle Ausführung des Siebdrucks bis hin zur kompletten Konfektionierung liefern wir Ihnen alles aus einer Hand.
In unserem modernen Maschinenpark haben wir Halbautomaten und Großformatmaschinen, die eine sorgfältige und rasche Umsetzung Ihrer Aufträge unabhängig von der Auflagenhöhe garantieren.
Ab den späten 1990er-Jahren gewann der Digitaldruck immer mehr Bedeutung. Für diesen sind keine Druckformen erforderlich, was schnelleres Drucken bedeuten kann. Auch mehrfarbige Motive erfordern keinen zusätzlichen Rüstaufwand. Der Digitaldruck ist auch bei kleinen Auflagen wirtschaftlich. Natürlich hat auch Müller Sieb- und Digitaldruck die Vorteile des Digitaldrucks erkannt und bietet diesen vollumfänglich an.
Die Druckbranche befindet sich im Wandel. Immer mehr Druckereien stellen ihren Betrieb ein, klassische Druckverfahren verlieren Marktanteile und der Digitaldruck hat in vielen Bereichen neue Standards gesetzt. Besonders im mehrfarbigen Druck wurde der Siebdruck in den vergangenen Jahren häufig durch digitale Verfahren ersetzt. Doch daraus zu schließen, dass Siebdruck keine Zukunft mehr hat, wäre ein Irrtum.
Bei Müller Sieb- und Digitaldruck erleben wir täglich, dass es zahlreiche Anwendungen gibt, die sich mit Digitaldruck gar nicht oder nur mit erheblichem Aufwand realisieren lassen.
Genau dort zeigt der Siebdruck seine Stärken – und beweist seine anhaltende Daseinsberechtigung.
Die Nachfrage nach hochwertigen Industrie-, Funktions- und Spezialdrucken bleibt weiter bestehen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche technische und industrielle Druckaufgaben, die sich bis heute nur im Siebdruck wirtschaftlich oder überhaupt realisieren lassen. Deshalb sind wir stolz, einen reichen Erfahrungsschatz an spezialisiertem Siebdruck-Know-how bieten zu können.
Digitaldrucksysteme sind in der Regel auf eine bestimmte Tintenart ausgelegt. Je nach Maschine kommen beispielsweise Lösemitteltinten, UV-härtende Tinten oder Sublimationstinten zum Einsatz. Jede Technologie hat ihre spezifischen Vorteile, ist aber gleichzeitig auf bestimmte Materialien und Anwendungsbereiche beschränkt. Eine universelle Lösung für alle Bedruckstoffe und Anforderungen gibt es nicht.
Der Siebdruck hingegen bietet eine außergewöhnliche Flexibilität bei der Verarbeitung unterschiedlichster Farben und Spezialtinten. Solange die Farbe durch die passende Siebmasche verarbeitet werden kann, sind die Möglichkeiten nahezu grenzenlos. Mögliche Farbtypen sind:
Gerade im Industrie-, Technik- und Werbebereich werden solche Lösungen regelmäßig benötigt. In der industriellen Kennzeichnung, Elektronikfertigung, Textilveredelung, Verpackungstechnik und Spezialanwendungen ist der Siebdruck oftmals die wirtschaftlichste und technisch beste Wahl.
Ein weiterer Vorteil liegt in der hohen Farbschichtstärke. Während digitale Druckverfahren häufig mit sehr dünnen Farbschichten arbeiten, kann im Siebdruck deutlich mehr Farbe aufgetragen werden. Das sorgt für eine hervorragende Deckkraft und Haltbarkeit.
Besonders bei weißen Drucken auf transparenten oder dunklen Materialien zeigt sich dieser Unterschied deutlich. Wo Digitaldrucksysteme an ihre Grenzen stoßen, liefert der Siebdruck brillante und deckende Ergebnisse.
Auch wirtschaftlich hat der Siebdruck weiterhin seine Berechtigung. Zwar punktet der Digitaldruck bei kleinen Stückzahlen und häufig wechselnden Motiven, doch bei einfarbigen Drucken oder höheren Auflagen kann der Siebdruck oft deutlich kostengünstiger sein.
Ein typisches Beispiel sind weiße Drucke auf transparenten Kunststoffen, Schildern oder Folien. Hier lassen sich im Siebdruck hochwertige Ergebnisse oft wirtschaftlicher produzieren als mit digitalen Verfahren.
Die Frage lautet heute nicht mehr: Siebdruck oder Digitaldruck? Vielmehr geht es darum, für jede Anwendung das passende Verfahren auszuwählen. Beide Technologien haben ihre Stärken und ergänzen sich sinnvoll.
Bei Müller Sieb- und Digitaldruck setzen wir auf jahrzehntelange Erfahrung und beraten unsere Kunden ehrlich und lösungsorientiert. Wenn ein Auftrag digital besser umgesetzt werden kann, sagen wir das. Wenn jedoch besondere Materialien, hohe Beständigkeit oder Spezialfarben gefragt sind, bleibt der Siebdruck oft die erste Wahl.
Wer mehr als nur Standarddruck benötigt, findet im Siebdruck nach wie vor Möglichkeiten, die andere Verfahren nicht bieten können. Genau darauf haben wir uns bei Müller Sieb- und Digitaldruck spezialisiert. Wir entwickeln individuelle Lösungen für anspruchsvolle Druckaufgaben – präzise, langlebig und technisch durchdacht. Fragen Sie uns gerne danach.
Ob Siebdruck oder Digitaldruck, Einzelstück oder Serienproduktion: Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Idee umzusetzen. Sprechen Sie uns an – gemeinsam finden wir die passende Lösung für Ihr Projekt.
Müller Sieb- & Digitaldruck GmbH
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